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Die Gemeinde in der Presse
09.01.2012 Brechen punktet mit Naturschutz
Nassauische Neue Presse vom 06.01.2012 von Petra Hackert
Die Renaturierung des Emsbachs ist ein Projekt, bei dem die Gemeinde Brechen mit Limburg und Bad Camberg zusammenarbeitet, um das Ganze finanziell zu stemmen. Gleichzeitig werden die am Emsbach umgesetzten Naturschutz-Maßnahmen teilweise den Limburgern und Bad Cambergern gutgeschrieben.
Brechen. Umweltschutz endet nicht an Gemeindegrenzen. Dies wird immer dann deutlich, wenn es um gemeinsame Interessen geht, wie zum Beispiel bei der Renaturierung von Bächen und Flüssen. Konkret geht es um die seit 2007 laufenden Bestrebungen, den Emsbach durchgängiger zu machen. Diese Initiativen bauen auf dem vom Land Hessen geförderten Gewässerentwicklungskonzept für den Emsbach und seine Nebengewässer auf.
"Im Jahr 2010 konnte – mit erheblichem finanziellen Engagement der Gemeinde – eine wasserrechtliche Erlaubnis zur Beseitigung von neun Wehren durch das Regierungspräsidium in Gießen erwirkt werden", berichtete Bürgermeister Werner Schlenz (parteilos) in der Gemeindevertretung.
Die Renaturierung des Emsbachs (hier in einem Teilabschnitt in Oberselters) ist ein Projekt, das über Gemeindegrenzen hinweg Zusammenarbeit fordert. Foto: Hackert
Die Bemühungen der Gemeinde Brechen seien von zahlreichen Institutionen und Behörden gewürdigt worden, resümierte der Bürgermeister. Das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) in Dillenburg habe bereits vor vielen Monaten angekündigt, die Genehmigung der Gemeinde gegebenenfalls in Anspruch nehmen zu wollen, um einen naturschutzrechtlichen Ausgleich für den Neubau der Autobahnbrücke in Limburg darstellen zu können. Mit anderen Worten: Für den Eingriff in die Natur durch den Bau der Autobahnbrücke muss es an anderer Stelle einen Ausgleich geben, der der Gemeinde Brechen zugute kommt. "Selbstverständlich ist die Inanspruchnahme der nunmehr in Rede stehenden zwei bis drei Wehre nur ein Teil der für das Gesamtprojekt erforderlichen naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen", sagte der Bürgermeister.
Wehre beseitigen
Aus organisatorischen und rechtlichen Gründen kann das ASV Dillenburg diese Maßnahme aber nicht im eigenen Auftrag und auf eigene Rechnung durchführen. Die Gemeinde Brechen müsste nach einer öffentlichen Ausschreibung die Beseitigung der Wehre in Auftrag geben. Daraufhin würde das ASV der Gemeinde bei Baubeginn einen Abschlag in Höhe von 80 Prozent der geschätzten Gesamtkosten (242 693,41 Euro) überweisen. Für die Maßnahme gibt es sogenannte Ökopunkte, die wichtig sind, um festzustellen, dass überall, wo ein Eingriff in die Natur stattfindet, auch ein Ausgleich geschaffen wird. Diese Ökopunkte (etwa 866 763) würde die Gemeinde Brechen nach Abschluss der Maßnahme vom Punktekonto der Gemeinde auf das Punktekonto des ASV übertragen. Dieser gesamten Vorgehensweise hat die Gemeindevertretung nun zugestimmt.
Bad Camberg kauft
Außerdem hat das Gremium bewilligt, einen Vertrag mit dem Magistrat der Stadt Bad Camberg abzuschließen, um den Bad Cambergern etwa 460 000 Ökopunkte zu übertragen. Hier geht es um einen Bebauungsplan, der in Bad Camberg umgesetzt werden soll, und für den die Kurstadt Ökopunkte braucht. Für diese 460 000 Punkte würde die Stadt Bad Camberg insgesamt 160 000 Euro zahlen.
"Selbstverständlich darf die Gemeinde Brechen mit diesem Ökopunkte-Handel keine Gewinne erzielen", erläuterte der Bürgermeister. Sofern die Ökopunkte aus dem Eigenanteil des Projekts "Beseitigung von Wehren" (Gegenwert von etwa 146 000 Euro) nicht ausreichten, den Punktebedarf für Bad Camberg (Gegenwert von etwa 160 000 Euro) zu decken, so müsse für den Differenzbetrag in Abstimmung mit der Unteren Wasser- und Unteren Naturschutzbehörde ein zusätzliches kleines Projekt verwirklicht werden, welches den Brechenern die entsprechenden Ökopunkte einbringe und gleichzeitig dem Gewässer die gewünschte ökologische Verbesserung bringe. (pp)